(Red.) Gilbert Doctorow präsentiert hier eine klare Analyse der Stimmung in Russland bezüglich der Lage gegenüber dem Westen und der NATO. Russland hat alle Trumpfkarten in der Hand und spielt sie aus. Nur durch die Eindämmung der westlichen Aggression ist eine friedliche Welt in Eurasien zu erreichen. Hoffentlich haben sie mit den anstehenden Verhandlungen Erfolg. (am) Wie ich in den letzten Wochen mehrfach beobachtet habe, ist Sensationsmache in allzu vielen alternativen Medien, die sich mit dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine befassen, an der Tagesordnung. Sie schüren haarsträubende Ängste. Täglich hören wir, dass Donald Trump durchgedreht sei, an beginnender Demenz leide und dass seine bizarren Entscheidungen in Fragen der nationalen Sicherheit, wie die Entsendung von zwei atomar bewaffneten U-Booten in die Nähe des russischen Kriegsschauplatzes, eine Eskalation bedeuten, die uns direkt in den Dritten Weltkrieg und in die Vernichtung führen werde. Vor dem Hintergrund dieser Hysterie war es beruhigend, heute Abend die russische Kommentarsendung „Sechzig Minuten“ mit Olga Skabeyeva zu sehen. Optimismus war die vorherrschende Botschaft der „Stammgäste“, lokaler Moskauer Diskussionsteilnehmer, die mehrmals pro Woche in der Sendung auftreten, aber auch des „Tele-Bridge“-Gastes in Washington, D.C., dessen Name einigen Lesern wohl bekannt sein dürfte: Dr. Mark Episkopos, Eurasia Program Research Fellow am Quincy Institute. Episkopos führte seinen Teil des Gesprächs mit Skabeyeva in sehr gutem Russisch. Aber zu seiner Ehre muss man sagen, dass sein Beitrag mehr als nur sprachliche Fähigkeiten erforderte. Er zeigte ein ungewöhnliches Maß an gesundem Menschenverstand und Wissen über das Thema, was ihn von den bekannteren Größen des Quincy Institute wie seinem Chef, dem Direktor des Eurasia-Programms Anatol Lieven, und dem emeritierten Vorsitzenden des Quincy Institute, Andrew Bacevich, unterscheidet. Episkopos zeigte sich unbeeindruckt von Trumps angedrohten Sekundärsanktionen gegen China und Indien, die zu nichts führen werden, wie Trump selbst gestern gegenüber der Presse fast zugab. Er geht fest davon aus, dass eine diplomatische Lösung für den Krieg zwischen der Ukraine und Russland gefunden werden wird.